Entspannung im Alltag

  • Wie gelingt es mir, im Alltag entspannt zu sein und zu bleiben?

Zunächst einmal ist für mich genügend Schlaf wichtig, rechtzeitig ins Bett zu gehen und gut zu schlafen. Zum Glück ist mir das nie schwer gefallen. Ich weiß aber, dass einige von euch Schwierigkeiten damit haben.

Ein kühles Zimmer hilft dabei, eine leise Umgebung, nicht direkt vorher essen. Auch emotionaler Stress sollte vermieden oder vorher geklärt werden. Ob der Streit mit dem Partner oder mit der besten Freundin, wenn ich innerlich noch sehr bewegt bin, ist es schwerer schnell einzuschlafen.

Rechtzeitig morgens aufzustehen, um nicht zur Arbeit oder zu einem Termin hetzen zu müssen, erleichtert es entspannt zu bleiben. Lieber eine halbe Stunde früher aufstehen und sich noch eine Meditation und etwas Morgengymnastik gönnen, als abrupt das Haus verlassen müssen und schon unruhig den Tag zu beginnen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Atmung. Oft halten wir in Stress- oder Angstsituationen den Atem unbewusst an und halten uns so unter Kontrolle. Achte hier mal auf Deine Atmung. Wenn Du in so einer Situation anfängst, bewusst wieder zu atmen und lange tiefe Atemzüge zu machen, wirst Du merken, dass Du Dich recht schnell entspannst und wieder gut bei Dir bist. Dabei geht es weniger darum, den Atem zu forcieren, als den Atem bewusst wahr zu nehmen und natürlich ein- und ausströmen zu lassen. Nimm Dir die Zeit dazu.

  • Halte ab und zu während des Tages inne und werde Dir Deiner Atmung bewusst. Lasse sie dann langsamer und tiefer werden, das hilft Dir zu entspannen.

Gedankenhygiene fällt mir noch ein. Genau wir die Körperhygiene ist es sinnvoll, seine Gedanken regelmäßig zu „reinigen“. Ersetze runter ziehende Gedanken durch leichtere freundlichere. Werde Dir bewusst, wie unsinnig, ja kontraproduktiv und zerstörerisch manche Gedanken sind. Hierbei hilft es, die schönen Gedanken, die Dir gut tun, aufzuschreiben und zu sammeln und dadurch zu verstärken und im Laufe des Tages immer wieder mal daran zu denken.

Entspannungstechniken wie z.B. Autogenes Training versetzen Dich gezielt in die Lage, mit ein bisschen Übung sehr schnell und tief zu entspannen. Bei der VHS oder ähnlichen Anbietern wirst Du Kurse hierfür finden.

MBSR (mindful based stress reduction) oder achtsamkeitsbasierte Stressreduktion, die von Jon Kabat-Zinn entwickelt wurde ist ein weiterer möglicher Weg zu mehr Entspannung. Hierzu gehören verschiedene achtsame Übungen, die sich in Kursen lernen lassen. Mir tut besonders der Body-Scan gut, eine Form achtsamer Körperwahrnehmung.

  • Wie entspannst Du Dich am besten?
  • Was lässt Deinen Stress auflösen?
  • Wie gehst Du entspannt durch den Tag?

Rückzugsort vs. Begegnung mit Menschen

Zum Auftanken ist immer wieder Alleinsein wichtig. Ohne störende Geräusche von außen, ohne Menschen, die gerade etwas von Dir wollen. Zieh Dich zurück in Dein Zimmer oder geh in die Natur zu Deinem Lieblingsplatz oder finde einen Ort, der Dir gut tut.

Damit Du Dich allein wohl fühlst, ist unabdingbar, dass Du Dich selbst magst und gerne mit Dir allein bist. Das ist auch eine Sache der Gewohnheit. Es gibt hier nichts Bestimmtes zu tun. Einfach sein ist angesagt. Einfach genießen, dass Du hier bist und dass Du atmest und lebendig bist. Werde Dir Deiner Stärken bewusst, Deiner Fähigkeiten und Talente. Du bist einfach und musst dafür nichts bestimmtes tun.

Allein, einsam oder gemeinsam

Als Gegenpol finde Menschen, mit denen Du gerne zusammen sein willst und Zeit verbringen möchtest. Zum einen hast Du bestimmt noch Kontakt zu einigen Menschen aus der Klinik. Vielleicht wohnt ja sogar jemand in der Nähe, mit dem Du Dich treffen kannst.

Eine weitere Möglichkeit ist, eine Gruppe zu finden, die ähnliche Interessen hat wie Du selbst. Angefangen von Sport über Kunst oder Literatur bis hin zu Tanzen oder Kuscheln. Für alles Erdenkliche gibt es Gruppen, denen Du Dich anschließen kannst.

Und wenn es tatsächlich eine Gruppe zu Deinem Lieblingsthema noch nicht gibt: gründe selbst eine, ergreife die Initiative und veröffentliche Dein Thema, erzähle Freunden davon und nach und nach werden immer mehr Menschen davon erfahren und Du wirst neue Freunde kennen lernen.

Meditation 1

In der Klinik haben wir den Tag begonnen mit einer stillen Meditation, einem Text aus „Kraft zum Loslassen“ und dem gemeinsam gesprochenen:

„Gott, gebe mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann

und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.“

 

Anschließend noch einige Umarmungen der Nachbarn im Raum und los ging’s zum Frühsport.

Meditation ist das Thema dieses Beitrages.

Eine Grundlage für mein Wohlbefinden ist die tägliche Meditation.

Direkt nach dem Aufstehen gehe ich in die Stille und verbinde mich mit allem was ist. Ich werde eins mit der Welt und dem Ganzen. Ich fühle Dankbarkeit und Liebe und lasse sie durch mich hindurchfließen. Dazu sitze ich entspannt auf einem Stuhl, die Füße satt auf dem Boden, die Unterarme auf den Oberschenkeln und dann schließe ich die Augen und nehme einfach wahr, was ist. Ich atme und horche und lasse geschehen. Das lässt mich liebevoller und gelassener den Tag genießen.

 

Ein guter Start ist es, erstmal eine Entscheidung zu treffen, sich jeden Morgen für 10-15 Minuten hinzusetzen und zu meditieren. Es gibt hier kein richtig oder falsch. Du findest Deine Form. Am Anfang hilft es, sich z.B. auf den Atem zu konzentrieren oder ein Objekt anzuschauen (Kerze, Bild etc.). Oder Du gehst mit Deiner Aufmerksamkeit in ein bestimmtes Gefühl und lässt dieses Gefühl in Deinem Bewusstsein größer werden und Dich ganz davon ausfüllen.

Meditieren lernst Du durch meditieren.

Lass es nicht zu einem Kampf ausarten. Gedanken werden kommen und gehen und Du wirst den Augenblick ohne Gedanken nicht festhalten können.

Gehe ohne Erwartungen in die Meditation. Wertschätze alles was ist, wie es ist.

Und lasse los. Sei einfach da. In dieser Zeit der Stille gibt es kein Ziel, das Du erreichen musst. Es gibt kein besser. Du wirst nicht besser als jemand anderer meditieren, da geht es nicht drum.

Die Meditation ist eine Begegnung mit der Wirklichkeit ohne Erwartungen.       Das Wichtigste ist anzufangen und sich täglich diese Viertelstunde zu gönnen.

Viel Erfolg beim Sammeln Deiner Erfahrungen!